Was es kostet, einen Onlineshop zu bauen, fragt mich fast jeder. Was der Betrieb kostet, fragt fast niemand. Dabei entscheiden gerade die laufenden Kosten eines Onlineshops darüber, ob er sich in einem Jahr und in fünf Jahren noch rechnet. In diesem Artikel schlüssele ich sie Posten für Posten auf: was Pflicht ist, was optional, wo Unternehmer zu viel zahlen und wie diese Kosten im Vergleich zu Amazon, eBay oder Abo-Plattformen aussehen. Alle Beträge sind ungefähre Marktwerte für den europäischen Raum, Stand 2026. Anbieter ändern ihre Preise, prüfen Sie deshalb vor einer Entscheidung immer die aktuellen Konditionen.
Zur Klarstellung: Ich spreche hier von einem Shop, der Ihnen gehört und auf WooCommerce basiert. Genau solche Onlineshops erstelle ich, und diese Kosten kenne ich aus der Praxis, aus Dutzenden Projekten.
Pflichtkosten: Ohne sie läuft der Shop nicht
Hosting: etwa 10–40 € im Monat
Hosting ist der Server, auf dem Ihr Shop läuft. Für einen kleinen oder mittleren Shop (bis zu einigen Tausend Besuchen pro Tag) reicht ein gutes Shared Hosting für etwa 10–20 € im Monat völlig aus. Shops mit mehr Traffic oder großem Sortiment sollten mit etwa 25–40 € für einen VPS oder ein auf WooCommerce optimiertes Hosting rechnen.
Wo Sie nicht sparen sollten: bei PHP-Ressourcen und der Datenbank. Hosting für 2 € im Monat kann Sie über abgebrochene Warenkörbe viel mehr kosten, denn ein langsamer Shop verliert Kunden. Mehr dazu, wie Hosting funktioniert und warum es so wichtig ist, lesen Sie in einem eigenen Beitrag.
Domain: etwa 1–2 € im Monat
Eine .de-Domain kostet bei der Verlängerung meist etwa 5–15 € im Jahr, eine .com-Domain etwa 12–20 €. Umgerechnet sind das 1–2 € im Monat. Vorsicht bei Lockangeboten wie „1 € im ersten Jahr“: Entscheidend ist der Verlängerungspreis, nicht das erste Jahr.
SSL-Zertifikat: 0 €
Bei einem ordentlichen Hoster ist ein Let’s-Encrypt-Zertifikat kostenlos und verlängert sich automatisch. Wenn Ihnen jemand für das „Schloss-Symbol“ in einem einfachen Shop 50–200 € im Jahr berechnen will, ist das ein Warnsignal.
Zahlungsgebühren: etwa 1,5–3 % vom Umsatz
Zahlungsanbieter wie Stripe, PayPal oder Klarna berechnen für jede Transaktion eine Gebühr. Als grobe Orientierung: Stripe verlangt für europäische Karten im Standardtarif rund 1,5 % plus einen kleinen Fixbetrag, PayPal liegt meist etwas höher. Der genaue Satz hängt vom Anbieter, der Zahlungsart, dem Land des Kunden und Ihren Konditionen ab. Diese Kosten wachsen mit dem Umsatz: Bei 10.000 € Monatsumsatz zahlen Sie ungefähr 150–300 €.
Ein wichtiger Vergleich: Das ist die einzige Provision, die Sie im eigenen Shop zahlen. Bei Amazon liegen die Verkaufsgebühren in vielen Kategorien bei etwa 7–15 %, dazu kommen ein monatlicher Verkäufertarif und sehr oft Werbung. Bei eBay und Etsy fallen ähnliche Kombinationen von Gebühren an. Beim gleichen Umsatz von 10.000 € kann ein Marktplatz leicht 800–1.500 € oder mehr einbehalten, also ein Vielfaches.
Optionale Kosten: abhängig davon, wie Sie den Shop führen
Technische Betreuung: 0 € oder etwa 40–120 € im Monat
WooCommerce braucht wie jede Software Updates (Plugins, Theme und WordPress selbst) sowie regelmäßige Backups. Sie haben zwei Möglichkeiten:
- Selbst erledigen: 0 € plus 1–2 Stunden Ihrer Zeit im Monat. Mit etwas Disziplin ist das realistisch. Nach dem Start bekommt jeder meiner Kunden eine Anleitung für den Shop.
- Laufende Betreuung: meist etwa 40–120 € im Monat. Dafür kümmert sich jemand um Updates, Sicherheit, Backups und kleine Korrekturen. Für einen Shop, der wirklich Geld verdient, ist das günstiger als ein einziger Tag Ausfall nach einem misslungenen Update. Wenn Ihr Shop schon läuft, sich aber niemand darum gekümmert hat, beginnen Sie mit einer Prüfung und Reparatur.
Premium-Plugins: etwa 0–25 € im Monat
Die meisten Shop-Funktionen decken kostenlose Plugins ab. Kostenpflichtige Lizenzen kommen bei speziellen Anforderungen ins Spiel: komplexe Abonnements, Buchungen, B2B-Anbindungen. Ein typischer kleiner Shop gibt dafür nichts aus, ein größerer etwa 10–25 € im Monat, umgerechnet aus Jahreslizenzen.
E-Mail-Marketing: etwa 0–50 € im Monat
Tools wie MailerLite, Brevo oder Klaviyo haben kostenlose Tarife, meist für die ersten paar Hundert Abonnenten, danach steigt der Preis mit der Liste. Ich empfehle, das nicht als Kosten zu sehen, sondern als günstigsten Weg, Kunden zurückzuholen. Wie automatisiertes E-Mail-Marketing funktioniert, habe ich separat beschrieben.
Marketing: ein Wachstumsbudget, keine Betriebskosten
SEO und Google Ads lasse ich bewusst aus der Rechnung heraus. Der Shop funktioniert ohne sie, wächst aber mit ihnen. Wenn Sie aktiv Besucher gewinnen wollen, liegt ein realistisches Startbudget für Kampagnen bei etwa 300–1.000 € im Monat, und SEO ist eine langfristige Investition, die Ihre Kosten pro Kunde mit der Zeit senkt.
Zusammenfassung: drei realistische Monatsszenarien
Minimalszenario, Shop in Eigenregie (alle Beträge Richtwerte): Hosting 12 € + Domain 1 € + SSL 0 € = etwa 15–25 € im Monat, plus Zahlungsgebühren auf die tatsächlichen Verkäufe.
Typisches Szenario, Shop mit technischer Betreuung: Hosting 15 € + Domain 1 € + Betreuung 40–80 € = etwa 55–100 € im Monat.
Erweitertes Szenario, Shop mit Betreuung, E-Mail-Marketing und Premium-Plugins: etwa 100–180 € im Monat, meist bei Shops, die bereits 10.000 € oder mehr pro Monat umsetzen.
Zum Vergleich: Abo-Plattformen (SaaS) wie Shopify beginnen bei etwa 30–80 € im Monat allein für den Tarif, oft mit zusätzlichen Transaktionsgebühren und kostenpflichtigen Apps. Den vollständigen Vergleich finden Sie im Beitrag WooCommerce oder Shopify für kleine Unternehmen.
Versteckte Kosten, über die kaum jemand spricht
Drei Dinge überraschen Shopbetreiber nach dem ersten Jahr am häufigsten:
- Verlängerungen. Im zweiten Jahr kosten Domain und Plugin-Lizenzen den vollen Preis, nicht den Aktionspreis.
- Transaktions-E-Mails. Bestellbestätigungen, die direkt vom Server verschickt werden, landen gern im Spam. Ein sauberer Versand (zum Beispiel über einen externen SMTP-Dienst) kostet etwa 0–15 € im Monat, man muss aber daran denken.
- Produktfotos und Beschreibungen. Das sind Kosten an Zeit, nicht an Abos, aber genau sie bremsen die Entwicklung eines Shops am häufigsten. Die Bildqualität wirkt sich direkt auf den Umsatz aus.
Was kostet ein Onlineshop im Monat? Die Antwort in einem Satz
Ein gut aufgestellter Shop, der Ihnen gehört, kostet im Betrieb etwa 15 € im Monat in Eigenregie bis etwa 100 € mit voller technischer Betreuung, plus rund 1,5–3 % Zahlungsgebühren (Richtwerte, Stand 2026). Das ist ein Bruchteil dessen, was Sie beim gleichen Umsatz an Marktplätze abgeben.
Wenn Sie möchten, rechne ich das für Ihren konkreten Fall durch: Sortiment, Größenordnung und Wachstumspläne. Schreiben Sie mir oder rufen Sie an, Angebot und Beratung sind kostenlos. Und wenn Sie den Shop erst planen, lesen Sie auch Was kostet ein Onlineshop? und werfen Sie einen Blick auf meine aktuellen Preise.










