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WooCommerce oder Shopify? Eigener Shop oder SaaS-Abo

14. April 2026
Michał Pervinenko
8 Min. Lesezeit
WooCommerce oder Shopify? Eigener Shop oder SaaS-Abo

Ob Sie Ihren Verkauf ins Internet verlagern oder einen neuen Shop eröffnen: Am Anfang steht immer die Wahl einer Technologie, die Sie über Jahre begleiten wird. Auf der einen Seite locken Abo-Plattformen (SaaS, Software as a Service), allen voran Shopify, mit schnellem Start und null technischem Aufwand. Auf der anderen Seite steht Open-Source-Software wie WooCommerce, die volle Freiheit bei Konfiguration und Ausbau bietet.

„WooCommerce oder Shopify?“ ist eine der Fragen, die ich am häufigsten höre, und eine der wenigen, bei denen ich nicht sofort „WooCommerce“ antworte, obwohl ich meine Shops darauf baue. Beide Systeme sind gut. Sie unterscheiden sich aber in einem grundlegenden Punkt: Shopify mieten Sie, WooCommerce gehört Ihnen. Aus diesem einen Unterschied folgt fast alles: Kosten, Kontrolle, Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten. Vergleichen wir beide ehrlich, Punkt für Punkt, aus Sicht eines kleinen Unternehmens.

Zwei verschiedene Modelle: SaaS-Abo oder Eigentum

Shopify und SaaS-Plattformen: zur Miete im fremden Haus

Shopify und andere SaaS-Plattformen funktionieren im Abo-Modell: Sie zahlen eine monatliche Gebühr und erhalten dafür eine fertige, gehostete Umgebung. Um Server, Updates und Technik müssen Sie sich nicht kümmern. Das ist bequem, besonders am Anfang, wenn Sie eine Idee testen wollen und noch wenig Kapital haben.

Sie sollten aber wissen, worauf Sie sich einlassen. Der Code des Shops und die vollständige Datenbankstruktur gehören nie Ihnen, Sie sind Nutzer eines Dienstes. Preise und Bedingungen legt der Anbieter fest, und seine Geschäftsentscheidungen, Übernahmen oder neue Abrechnungsmodelle wirken sich direkt auf Ihre Verkaufsbedingungen aus. Hören Sie auf zu zahlen, ist der Shop weg. Und wenn Sie eines Tages die Plattform wechseln wollen, kann die Migration schwierig werden, weil manche Daten und Funktionen nur im Ökosystem des Anbieters existieren.

WooCommerce: ein Shop, der Ihnen gehört

WooCommerce ist kostenlose Software auf Basis von WordPress, die auf Ihrem eigenen Hosting läuft. Sie zahlen einmal für die Umsetzung und danach nur noch für Hosting und Domain. Software und Daten gehören vollständig Ihnen: die Dateien, die Kundendatenbank und die gesamte Bestellhistorie, die für die Analyse Ihrer Verkäufe unbezahlbar ist.

Niemand kann Ihnen über Nacht den Zugang zum eigenen Geschäft sperren oder Ihr Konto ohne Begründung blockieren. Erfüllt Ihr Hoster Ihre Erwartungen nicht mehr, wird der Support schlechter oder steigen die Preise, erstellen Sie ein vollständiges Backup und ziehen mit dem Shop zu einem anderen Anbieter um, ohne Bestellungen oder Blogartikel zu verlieren. Außerdem können Sie den Shop ohne Einschränkungen anpassen, und niemand ändert Ihre Bedingungen von heute auf morgen.

Vergleich von WooCommerce und Shopify für kleine Unternehmen

Kosten über 3 und 5 Jahre: Hier zeigt sich der Unterschied

Ein Vergleich der Monatspreise führt in die Irre, denn Shopify wirkt am Anfang günstig. Rechnen wir über den Zeitraum, in dem man tatsächlich ein Geschäft betreibt, also einige Jahre, für einen kleinen Shop. Die Zahlen sind grobe Richtwerte für 2026. Gebühren für Kartenzahlungen (Shopify Payments, Stripe, PayPal) fallen bei beiden Systemen an, deshalb lasse ich sie hier weg.

Shopify: Der Basic-Tarif kostet je nach jährlicher oder monatlicher Zahlung etwa 27–36 € im Monat. Das ist aber erst der Anfang. Dazu kommen zusätzliche Transaktionsgebühren (im Basic-Tarif weitere 2 % pro Verkauf, wenn Sie einen anderen Zahlungsanbieter als Shopify Payments nutzen), ein kostenpflichtiges Theme (oft einmalig 150–350 €) und, die häufigste Falle, kostenpflichtige Apps. Produktbewertungen, Rechnungen, erweiterte Rabatte: Vieles, was bei WooCommerce kostenlos ist, sind bei Shopify eigene Abos für oft 5–30 € im Monat. Die realistischen Monatskosten eines kleinen Shops liegen meist bei etwa 65–120 €. Nach 3 Jahren: rund 2.300–4.300 €, und der Shop gehört Ihnen immer noch nicht.

WooCommerce: eine einmalige Umsetzung (bei mir gibt es den Onlineshop zum Eigentum ab 2.900 €, die erweiterte Version ab 3.500 €) plus Hosting und Domain für etwa 15–25 € im Monat. Nach 3 Jahren: rund 3.450–4.400 €, nach 5 Jahren: rund 3.800–5.000 €, und der größte Teil davon ist eine einmalige Investition in das Vermögen Ihres Unternehmens. Jedes weitere Jahr kostet nur noch einige Hundert Euro. Eine genaue Aufstellung der laufenden Kosten finden Sie in meinem Artikel über die laufenden Kosten eines Onlineshops pro Monat.

Fazit: Für den Start ist Shopify günstiger, ein eigener Shop ist die größere Einmalinvestition. Nach etwa 4–6 Jahren gleichen sich die Kosten an, danach zieht WooCommerce immer deutlicher davon: Abo und kostenpflichtige Apps wachsen mit dem Shop, während der eigene Shop nur noch Wartung kostet. Hinzu kommt, was in keiner Tabelle steht: volles Eigentum, keine Abhängigkeit von einer Plattform und Freiheit beim Ausbau.

Zahlung, Versand und Rechnungen: Was Ihre Kundschaft erwartet

Für viele Shops ist das wichtiger als der Preis. Kundinnen und Kunden im DACH-Raum erwarten ihre gewohnten Zahlungsarten, bequemen Versand und eine ordentliche Rechnung, ohne Ausnahme.

WooCommerce bietet dafür ausgereifte, oft kostenlose Integrationen: PayPal, Klarna, Stripe (Karten, Apple Pay, Google Pay), SEPA-Lastschrift und Kauf auf Rechnung; Versand mit DHL (inklusive Packstation), DPD, GLS, Hermes oder UPS samt Etikettendruck; Anbindungen an Buchhaltungs- und Rechnungstools wie sevDesk, Lexware Office oder einen DATEV-Export; und über Schnittstellen auch an Marktplätze wie Amazon und eBay.

Shopify deckt die großen Anbieter ebenfalls gut ab: mit Shopify Payments, PayPal und Klarna sowie einem großen App-Ökosystem. Speziellere lokale Zahlungsarten, Versanddienstleister oder Buchhaltungsanbindungen laufen jedoch oft über kostenpflichtige Apps von Drittanbietern, und je nach Konfiguration zahlen Sie zusätzlich die oben genannte Transaktionsgebühr. Geht das? Ja. Aber „geht“ hat seinen Preis.

SEO und Inhalte: volle Kontrolle oder starrer Rahmen

Ein Shop ohne Besucher aus Google ist ein Lager mit hübschem Schaufenster. Hier hat WooCommerce einen strukturellen Vorteil: Es läuft auf WordPress, einem der besten Systeme zum Veröffentlichen von Inhalten. Blog, Ratgeber, Kategorieseiten mit eigenen Beschreibungen, volle Kontrolle über URLs, strukturierte Daten und Ladezeit, alles an einem Ort. Das ist das Fundament für SEO für Ihren Onlineshop.

Shopify hat ein solides technisches SEO, gibt aber eine starre URL-Struktur vor (/products/, /collections/, nicht änderbar) und bietet ein eher einfaches Blog-Modul. Für einen Shop, der Kundschaft über Inhalte gewinnen will, und genau so schlagen kleine Unternehmen die großen, ist das eine echte Einschränkung.

Wachstum ohne künstliche Grenzen

Zur Sicherheit eines Unternehmens gehört auch die Gewissheit, dass der Shop ungehindert wachsen kann. Auf einer geschlossenen Plattform stoßen Sie früher oder später an eine Wand. Sie entwickeln ein besonderes Treueprogramm für Stammkunden oder einen umfangreichen Produktkonfigurator, und die Plattform lässt es nicht zu. Die nächstbeste Lösung ist eine weitere kostenpflichtige App, die nur einen Teil dessen kann, was Sie brauchen.

In einem Onlineshop auf WooCommerce-Basis lässt sich praktisch jede Funktion nachrüsten. Sie möchten den Shop mit einer ungewöhnlichen Buchhaltungssoftware verbinden? Machbar. Den Checkout an die besonderen Anforderungen Ihrer Branche anpassen? Nur zu. So ein System wächst mit Ihnen und passt sich Ihren Bedürfnissen an, statt Sie zu Kompromissen zu zwingen.

Bedienkomfort: Punkt für Shopify (mit Sternchen)

Ehrlich gesagt: Das Shopify-Backend ist für Einsteiger einfacher, und um Server und Updates kümmert sich die Plattform. WooCommerce braucht Hosting und regelmäßige Updates, entweder in Eigenregie oder im Rahmen einer technischen Betreuung.

Das Sternchen ist allerdings wichtig: Ein gut umgesetzter WooCommerce-Shop ist im Alltag (Bestellungen, Produkte, Rabatte) genauso einfach zu bedienen. Der Unterschied betrifft die technische Basis, nicht die tägliche Arbeit, und diese Basis können Sie einem Spezialisten anvertrauen, zu einem Bruchteil der Kosten für Abos und Apps.

Wann ist Shopify wirklich sinnvoll?

Es wäre unehrlich zu sagen: nie. Shopify ist eine gute Wahl, wenn Sie:

  • gleichzeitig in viele Länder und Währungen verkaufen und das globale Ökosystem nutzen wollen,
  • Dropshipping auf Basis von Apps aus diesem Ökosystem betreiben,
  • eine Geschäftsidee innerhalb einer Woche testen möchten, bevor Sie in einen eigenen Shop investieren,
  • bewusst lieber ein Abo zahlen, um nie über Technik nachdenken zu müssen.

Wann ist WooCommerce für kleine Unternehmen die bessere Wahl?

  • Sie verkaufen vor allem in einem oder wenigen Märkten und wollen, dass lokale Zahlungsarten, Versanddienstleister und Rechnungen ohne Umwege funktionieren,
  • Sie wünschen sich planbare, sinkende Kosten statt steigender Abos,
  • Sie wollen Kundschaft über Inhalte und SEO gewinnen,
  • Ihnen ist Eigentum wichtig: Der Shop soll Firmenvermögen sein, kein gemietetes Werkzeug,
  • Sie brauchen besondere Funktionen oder Integrationen, die eine Abo-Plattform nicht bietet,
  • Sie haben bereits eine WordPress-Website, an die sich der Shop ganz natürlich anschließt.

Mein Urteil

Für ein typisches kleines Unternehmen empfehle ich WooCommerce. Nicht, weil ich damit arbeite, sondern weil die Rechnung aus Kosten, Integrationen und SEO-Möglichkeiten in fast jedem Szenario, das ich bei Kunden erlebt habe, zu seinen Gunsten ausfällt. Eine Abo-Plattform bietet einen schnellen Start, ein eigener Shop dagegen Kontrolle über die Grundlagen, auf denen Ihr Einkommen beruht.

Ich plane und baue Shops selbst, ohne Agentur dazwischen. Sie haben in jeder Phase direkten Kontakt zu mir: Ich gestalte das Layout persönlich, kümmere mich um Technik, Serverkonfiguration und Analytics und sorge für SEO. Ich arbeite remote mit meinen Kunden zusammen und übergebe Ihnen ein fertiges Werkzeug, das auf dem Smartphone schnell läuft und ausschließlich Ihnen gehört.

Wenn Sie unsicher sind, welches Modell zu Ihrem Geschäft passt, schreiben Sie mir. Ich sage es Ihnen offen, auch dann, wenn in Ihrem Fall Shopify die bessere Wahl ist.

Noch Fragen? Kurze Antworten

Ein Vergleich der Monatspreise führt in die Irre, denn Shopify wirkt am Anfang günstig. Rechnen wir über den Zeitraum, in dem man tatsächlich ein Geschäft betreibt, also einige Jahre, für einen kleinen Shop. Die Zahlen sind grobe Richtwerte für 2026. Gebühren für Kartenzahlungen (Shopify Payments, Stripe, PayPal) fallen bei beiden Systemen an, deshalb lasse ich sie hier weg.

Für viele Shops ist das wichtiger als der Preis. Kundinnen und Kunden im DACH-Raum erwarten ihre gewohnten Zahlungsarten, bequemen Versand und eine ordentliche Rechnung, ohne Ausnahme.

Ein Shop ohne Besucher aus Google ist ein Lager mit hübschem Schaufenster. Hier hat WooCommerce einen strukturellen Vorteil: Es läuft auf WordPress, einem der besten Systeme zum Veröffentlichen von Inhalten. Blog, Ratgeber, Kategorieseiten mit eigenen Beschreibungen, volle Kontrolle über URLs, strukturierte Daten und Ladezeit, alles an einem Ort. Das ist das Fundament für SEO für Ihren Onlineshop.

Zur Sicherheit eines Unternehmens gehört auch die Gewissheit, dass der Shop ungehindert wachsen kann. Auf einer geschlossenen Plattform stoßen Sie früher oder später an eine Wand. Sie entwickeln ein besonderes Treueprogramm für Stammkunden oder einen umfangreichen Produktkonfigurator, und die Plattform lässt es nicht zu. Die nächstbeste Lösung ist eine weitere kostenpflichtige App, die nur einen Teil dessen kann, was Sie brauchen.

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